Fliesen – wie findet man eine gute Qualität?

Gut verlegt schmücken qualitativ hochwertige Fliesen viele Jahre Ihre Wände und Böden. Es lohnt sich daher, vor Kauf einige Kriterien zu beachten. Zuerst ist vordergründig, ob es sich um Boden- oder Wandfliesen handelt. Natürlich sind die Ansprüche an Bodenfliesen viel höhere, da sie je nach Einsatzbereich unterschiedlichen Gewichtseinwirkungen standzuhalten haben. Nach dieser Feststellung bleibt die Frage: Was spricht nun für eine gute Fliesenqualität?

1) Materialüberlegungen

„Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Steingutfliesen und Steinzeugfliesen.“ so Holger von fliesen-fried.de

a) Steingutfliesen

Steingut besteht aus Ton, Quarz, Feldspat und Kaolin (= Porzellanerde). Das Kaolin, das ziemlich teuer ist, gibt der Fliese ihre helle Farbe. Preisgünstigere Varianten ohne Kaolin (= Irdengut) behalten die natürliche, rotbraune Farbe. Steingutfliesen sind sehr porig, weshalb sie viel Wasser aufnehmen und keinen Frostschutz bieten. Sie eignen sich daher nicht im Außenbereich. Steingutfliesen werden glasiert, um beständiger zu werden. So sind sie auch in Bad, Toilette und Küche einsetzbar und pflegeleicht. Die raue Rückseite, die nicht glasiert wird, bewirkt, dass die Fliese besonders gut an der Wand haftet.

b) Steinzeugfliesen

Steinzeugfliesen enthalten viel mehr Feldspat als ihre Steingutkollegen. Andererseits ist der Kaolinanteil ein viel geringerer. Sie gelten als viel hochwertiger als Steingutfliesen, da sie deutlich weniger Wasser aufnehmen. Ein Glasieren der Fliesen kann unterbleiben. Steinzeugfliesen können daher problemlos auch im Freien zum Einsatz kommen.

Die qualitativ hochwertigste Fliesenart besteht aus Feinsteinzeug. Ihre Herstellung ist ziemlich aufwändig, da die Rohstoffe sehr fein gemahlen und unter Hochdruck gepresst werden. Die Qualität, die dadurch erzielt wird, ist phänomenal. Können Sie sich vorstellen, dass die Oberflächenhärte einer Feinsteinzeugfliese mit jener von Diamanten vergleichbar ist? Diese Qualität hat aber natürlich ihren Preis.

Bedenken Sie daher den Einsatzort Ihrer Fliesen und mit welchen Belastungen sie konfrontiert werden. In Innenräumen, insbesondere im Wandbereich, sind Sie mit Steingutfliesen gut beraten. Wenn aber beispielsweise Terrassenböden verlegt werden, empfehlen sich Steinzeugfliesen nach Ihrem optischen Geschmack. Feinsteinzeugfliesen werden vor allem in Schwimmbädern, Einkaufszentren oder im Industriebereich verwendet.

2) Abriebfestigkeit

Bodenfliesen benötigen eine hohe Widerstandsfähigkeit, da sie ständige Bewegungen und Gewichtsbelastungen auszuhalten haben. Je nach dem Grad der Beanspruchung gibt es fünf Abriebklassen. Von sehr geringer Belastbarkeit wie z.B. in Schlafzimmern (Klasse 1) reicht die Kategorisierung bis zu sehr hohen Beanspruchungen wie z.B. im gewerblichen Einsatz (Klasse 5).

3) Fliesenstärke

Das Standardmaß für Bodenfliesen liegt bei 8 mm Stärke. Höherwertige Modelle, die überdurchschnittlichen Belastungen standzuhalten haben, weisen Stärken von 10 bis zu 12 mm auf. Es kann sogar Fliesenmodelle mit einer Stärke von 20 mm geben. Je stärker die Fliese ist, desto teurer ist sie natürlich auch.

4) Trittsicherheit und Rutschfestigkeit

Trittsicherheit und Rutschfestigkeit werden ebenfalls in normierten Klassen gemessen.

a) Trittsicherheit

Ist die Fläche, wo Fliesen zu legen sind, geneigt, sollte auf ausreichende Trittsicherheit geachtet werden. Wiederum gibt es fünf Klassen von R9 bis R13. Bei einer ebenen, trockenen Fläche ist die geringste Klasse R9 ausreichend, je nach Neigungswinkel die restlichen Klassen von R10 bis R13.

b) Rutschfestigkeit

In Feucht- und Nassbereichen ist auch die richtig gewählte Rutschfestigkeit ein wichtiges Kriterium. „Es gibt drei Klassen, wobei A die geringste Rutschfestigkeit und C die höchste Rutschfestigkeit gewährleistet.“

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